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Die Modernisierung der WWZ-Antegg-Netze darf als Pionierprojekt bezeichnet werden. Es ist wohl eines der ersten Netze weltweit, bei welchem ein durchgehender Bandbreiten-Ausbau von 750 MHz auf 1218 MHz realisiert wurde.

«Die Grösse des Projektes, die technische und bauliche Komplexität und der hohe Koordinationsaufwand haben mich drei Jahre lang täglich motiviert und gefordert», sagt Helltec-Projektleiter Felix Kurmann. Er hat das Projekt geleitet, primär unterstützt von Helltec-Bauleiter Marc Roeskens und in enger Zusammenarbeit mit den WWZ-Gesamtprojektleitern Kurt Albrecht und Michael Bieri sowie den jeweiligen Teammitgliedern.
Eine spezielle Herausforderung war die hochfasrige FTTH-Dimensionierung sämtlicher Glasfaserstrecken von den zwei neuen Hubs bis zu den Nodes, in Teilgebieten sogar bis in die Liegenschaften. Damit ist ein Grossteil des Netzes mit Glasfasertechnologie modernisiert worden. Für den Signaltransport auf den letzten Metern wurde das hohe Leistungspotenzial der koaxialen Netzinfrastruktur genutzt und auf 1218 MHz ausgebaut.

 

Pionierprojekt für WWZ und Helltec
Das primäre Ziel der Modernisierung war die Vorbereitung auf DOCSIS 3.1 und die damit verbundene Maximierung des Datendurchsatzes. Endkunden profitieren künftig von Abo-Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s und mehr.  Im Rahmen der Modernisierung wurden zwei komplett neue USP-Netzzentren (Hub) projektiert und aufgebaut. Diese versorgen die 22 neu realisierten «Fiber-Hubs» (POP) und schliesslich sämtliche bestehenden und neuen Nodes.

Der Modernisierungsperimeter umfasste die acht Luzerner Netzgebiete Ruswil, Buttisholz, Grosswangen, Werthenstein, Hellbühl, Neuenkirch, Sempach-Station und Hildisrieden.

 

Vielfältige Herausforderungen

«Der erstmalige Ausbau eines Netzes auf 1218 MHz zog exponentiell gestiegene Anforderungen an Equipment, Messtechnik und Fachpersonal nach sich», betont Felix Kurmann. Die über mehr als zwei Jahre theoretisch und mit Labormessungen ermittelte Performance der neuen 1.2 GHz tauglichen Aktiv- und Passivkomponenten, unter anderem von Teleste, mussten sich im Verbund mit den bestehenden Koaxialkabeln als praxistauglich erweisen. Kontinuierlich konnten die Erfahrungen in die weiteren Ausbau-schritte einfliessen und damit ein hochmodernes Kommunikationsnetz entstehen lassen.

Auch die Tiefbau-Spezialisten trafen auf anspruchsvolle Rahmenbedingungen. Die grossen Kabinen-Dimensionen mit bis zu 2,5 m Breite und die sehr engen Trasse-Verhältnisse verlangten nach einer speziell hohen Tiefbaukompetenz. Für die Verlegung der Glasfaserkabel wurde die fortschrittliche Einblastechnik angewendet. Damit konnten hochfasrige LWL-Verbindungen mit bis zu 2,5 km Länge an einem Stück realisiert werden. Eine weitere Herausforderung stellte die konsequente Umsetzung der gesetzlichen Sicherheitsvorschriften bezüglich Erdung nach ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) dar. Tiefbau- und Elektrospezialisten realisierten die Erdungen sämtlicher Aktiv- und Passivstandorte inklusive aller Hausanschlüsse mit Tiefenerdungen oder mit Anschlüssen am zentralen Gebäude-Erdpunkt.

Über 60 Mitarbeitende der ausführenden WWZ Tochterunternehmung Telcom Cablenet AG und weiteren acht Unternehmen waren an der Netzmodernisierung beteiligt. Dass immer alle zur richtigen Zeit, am richtigen Ort ihre Arbeit termingerecht und in hoher Qualität ausführen konnten, brauchte nebst einer guten Planung vor allem von den Projektleitern viel Verhandlungsgeschick, gute Absprachen, Nervenstärke sowie eine Portion Gelassenheit.

 

Stefan Obrist
Leiter Netze Telekom bei WWZ

«Mit dem erfolgreichen 1.2-GHz-Ausbau der 2009 von uns übernommenen Antegg-Netze blickt WWZ auf ein beeindruckendes Pionierprojekt zurück, dessen Grössenordnung vor allem Herausforderungen an ein agiles Projekt- und Prozessmanagement zwischen allen Beteiligten stellte. Als führendes regionales Kabelnetzunternehmen in der Zentralschweiz konnten wir dank der Professionalität und Expertise aller Beteiligten eine hervorragende Grundlage erarbeiten, auf der wir auch den Ausbau unserer anderen Netze effizient und effektiv gestalten können.»