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30. September 2009: Helltec Forum

FTTH - Wettbewerb um jeden Preis?

helltec_forum_01Zu dieser Fragestellung konnte das Helltec Forum prominente Referenten aus den Reihen der wichtigen Infrastrukturbetreiber Cablecom, ewz und Swisscom sowie verschiedener Technologie-Ausstatter gewinnen. Auch die Frage der regulatorischen Rahmenbedingungen wurde von einem Vertreter des BAKOM erörtert. Nebst den Vorträgen nahmen alle Referenten an einem Podiumsgespräch teil. Die Themen dieser Tagesveranstaltung waren Strategien, Aktivitäten, Technologien, Kundenverhalten, Marktregulierung und weitere spannende Aspekte zu FTTH.

Das Helltec Forum fand am 30. September 2009 im Casino Luzern statt.

 

Medienmitteilung

Helltec Forum vom 30. September 2009 - Glasfaser-Technik erfordert hohen Investitionsbedarf.

Der Schweizer Telekommunikations-Markt befindet sich im Umbruch. Weil der Bedarf an Bandbreite nach wie vor ungebrochen zunimmt, setzen die Telecom-Anbieter zunehmend auf die Glasfaser-Technologie, dies als Ersatz für die bestehenden Kupferkabel. Im Zentrum dieser Bestrebungen steht die Verbindungsmethode „Fiber-to-the-home“ (FTTH)“. Danach werden Glasfaser-Verbindungen direkt zu den Endkunden (Geschäfts- und Wohnbauten und zu den einzelnen Haushalte) gebaut. helltec_forum_02Wie anlässlich des Helltec Forums 2009 am 30. September in Luzern bekannt wurde, hat die Swisscom bereits 100'000 Haushalte mit Glasfaser-Verbindungen erschlossen. Swisscom-Vertreter Stefan Kilchenmann betonte am Forum, dass das Unternehmen bis ins Jahr 2015 rund eine Million Haushalte direkt ans Swisscom-Glasfasernetz anschliessen werde.

In Konkurrenz zur Swisscom baut das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) derzeit ein Citynetz auf der Basis von FTTH auf. Das Netz steht allen Anbietern von Kommunikationsdiensten zur Verfügung. Die Endkunden können somit frei ihre Lieferanten von Fernseh- und Radioprogrammen, Internet- und Telefoniediensten auswählen. Das Citynetz dient dabei als reine Datentransporteinrichtung.

Auch die Cablecom will noch stärker in die Glasfaser-Technologie investieren. Das Unternehmen sieht jedoch vorerst von einer direkten Erschliessung von Häusern und Wohnungen mit Glasfasern ab. Das bestehende Glasfasernetz wird allerdings näher in die Quartiere verlegt. Damit lassen sich die heutigen Versorgungszellen verkleinern und damit die Übertragungskapazitäten erhöhen.

helltec_forum_03Die Methode von Fiber-to-the-home ist kostenintensiv. Dies belegen Berechnungen von Thomas Metzger, Netzwerk-Ingenieur des Planungsbüros Helltec Engineering AG. Am Forum in Luzern legte er dar, dass die Erschliessung eines Haushaltes mit Glasfaser durchschnittlich rund 3000 Franken kostet. Derselbe Anschluss unter Verwendung des breitbandigen Kupferkabels des Kabelfernsehens kostet dagegen 625 Franken. Metzger räumte indessen ein, dass diese Werte umgekehrt ausfallen, wenn man die Kosten aufgrund der Übertragungskapazität berechnet. Glasfasern erlauben wesentlich höhere Übertragungsraten als das Kupferkabel.

Thomas Metzger stellte jedoch die Frage, ob sich die Kundschaft auch auf lange Sicht derart hohe Übertragungskapazitäten (im Gigabit-Bereich) überhaupt wünsche und bereit sei, die entsprechenden Kosten zu bezahlen. Dazu komme, dass die aktuelle FTTH-Methode ausschliesslich auf IP-Diensten basiere und die Übertragung analoger Dienste (analoges Fernsehen und Radio) noch nicht berücksichtige. Das Kupferkabel ermögliche dagegen gleichzeitig beide Übertragungsmethoden.

helltec_forum_04Nach den Ausführungen von Kommunikationsexperte Andreas Lindner wird sich der Trend hin zu Endgeräten mit IP-Anschlüssen verstärken. So genannte IP-TV-Anbieter wie etwa Facebook und Youtube unterstützen diesen Trend. Die Produkte solcher Anbieter setzen bloss noch Endgeräte mit IP-Anschlüssen voraus. Aus diesem Grund stehen viele Telecom-Anbieter bereits in naher Zeit vor einer Neuorganisation ihres bisherigen Kerngeschäfts.

Aufgrund der technischen Veränderungen im Telekommunikationsmarkt sind auch die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen zum Teil neu zu formulieren. Nach den Worten von Armin Blum vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) sind unter anderem einheitliche Standards festzulegen. Ein anderer Kernpunkt sei die freie Anbieterwahl für die Kunden. Das BAKOM ist derzeit an der Arbeit, eine generelle Auslegeordnung über den Fernmeldemarkt Schweiz zu erstellen. Durch ein Postulat ist der Bundesrat verpflichtet, bis Mitte 2010 dem Parlament einen Evaluationsbericht über den Fernmeldemarkt vorzulegen. Über den definitiven Regulationsbedarf befindet abschliessend die Politik.

 

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